Vorstand informiert Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung

Lukas Verlage, zweiter Vorsitzender des 1. FC Kleve, verglich die Jahreshauptversammlung des Schwanenstädter Sportclubs mit einer der bekanntesten Produktionen der Fernsehgeschichte, dem „Dinner for One“. „the same procedure as every year“ (zu Deutsch: „der gleiche Ablauf wie in jedem Jahr“). In vielen Bereichen stimmte das schließlich.

Bei den Klever Gymnastik-Truppen „die flotten Hoppser“ und „Fit bis ins hohe Alter“ treffen sich weiterhin regelmäßig um die 20 bis 25 Frauen, um sportlich aktiv zu bleiben. Die Karate-Abteilung ist mit 60 Mitgliedern weiterhin gut besetzt und trainiert mehrmals die Woche. Besonders Kinder und Jugendliche nehmen das Angebot - einige von ihnen konnten in diesem Jahr sogar ihren ersten beziehungsweise einen weiteren DAN erreichen. Erfolgreich ist auch die vereinseigene Tennis-Abteilung unterwegs, die durch die Tennisakademie Marco Oversteegen vor allem viele Kinder auf den Tennisplatz holt.
Im Jugendfußball war es auch wie immer: eine Jugend-Mannschaft konnte sich 2018 erneut für die Niederrheinliga qualifizieren. In diesem Jahr war es die B-Jugend, während die A- und C-Jugend in der Qualifikation jeweils scheiterte. Die zweite Mannschaft konnte mit einem einstelligen Tabellenplatz den Bezirksliga-Klassenerhalt sichern. 
Über allem stand aber natürlich der Aufstieg der ersten Mannschaft in die Oberliga. Dies machte sich auch wirtschaftlich bemerkbar. „Es gab zum Aufstieg das ein oder andere Sonder-Sponsoring“, sagte Kleves Vorsitzender Christoph Thyssen. Auch die Einnahmen aus dem Niederrheinpokal-Spiel gegen Rot-Weiss Essen und aus dem Aufstiegs-Spiel gegen den FSV Duisburg im vergangenen April machten sich positiv bemerkbar, so dass das Wirtschaftsjahr mit einem leichten Gewinn abgeschlossen werden konnte. „Die Einnahmen und Ausgaben sollen sich bei uns die Waage halten. Das ist uns in diesem Jahr wieder gelungen, wie die Abschlüsse zeigen“, sagte Verlage und ergänzte: „Wir wollen weiter in die Substanz investieren, um den Erhalt zu sichern.“
Der Streit um die Beihilfen mit der Stadt Kleve fand Anfang 2018 ein Ende. Für das Jahr 2013 bekam der 1. FC Kleve die Beihilfen zugesprochen, die inklusive einer Verzinsung fast 9.000 Euro ausmachten. Die Beihilfen für die Jahre 2011/12 (zirka 16.000 Euro) wurden dem Verein jedoch auch im Berufungsverfahren nicht zugesprochen. 

Noch kein Ende gefunden hat der Streit um das ehemalige Vereins-Grundstück an der Stadionstraße, wo sich heute eine Klimaschutz-Siedlung befindet. Der 1. FC Kleve hatte seinerzeit der Stadt Kleve dieses Grundstück „unentgeltlich, aber nicht lastenfrei“ übertragen. Die Stadt Kleve musste das Grundstück mit einer Zahlung von 158.000 Euro lastenfrei machen um das auf dem Gebäude befindliche Grundstück abzureißen. Für die Lastenfreimachung fordert die Stadt nun einen Aufwendungsersatzanspruch. „Das Grundstück wurde, wie im Notarvertrag vereinbart, unentgeltlich übertragen. Einen Aufwendungsersatzanspruch für Stadt sehe ich, wie auch seinerzeit der Insolvenzverwalter und viele Rechtsvertreter nicht.“, sagt Thyssen. Die Mitgliederversammlung hat nun zur weiteren Vorgehensweise einen einstimmigen Beschluss gefasst. Es soll nicht länger auf die Einrede der Verjährung verzichtet werden, was einen Mahnbescheid der Stadt Kleve sowie einen möglichen Rechtsstreit auslösen könnte.

In der Angelegenheit Turnhallenneubau ist der 1. FC Kleve weiterhin in engem Kontakt mit dem VfL Merkur. Beide Vorstände treffen sich regelmäßig, um die gemeinsamen Interessen vertreten zu können, wie Thyssen auf der Jahreshauptversammlung erklärte. So seien sich beide Vereine einig, dass ein Gesamtkonzept für die Entwicklung des Sportzentrums „Bresserberg“ entwickelt werden müsse, mit dem auch die Standortfrage der neuen Turnhalle beantwortet werde. Beide Vereine hatten dazu Gespräche mit Vertretern der Fraktionen CDU, SPD, Grüne und Offene Klever geführt. In einem gemeinsamen Termin der Vereine mit der Verwaltung und den Vertretern der im Rat der Stadt Kleve vertretenen Parteien wurde für die weitere Vorgehensweise die Entwicklung einer Gesamtkonzeption vereinbart. Der Wunsch der beiden Vereine und der Verwaltung, ein Gutachten über die Wirtschaftlichkeit der beiden möglichen Hallen-Standorte an der Stadionstraße (unterhalb des Gustav-Hoffmann-Stadions) und am Bresserberg (auf dem Parkplatz zur Stadion-Tribüne) erstellen zu lassen, wurde in einer Ratssitzung abgelehnt. Eine Gesamtkonzeption wurde von den offenen Klevern und insbesondere von der CDU nicht mehr verfolgt. Die Parteien sprachen sich zudem für den Standort an der Stadionstraße aus.

Einer der letzten Punkte auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung war die Anpassung der Mitgliedsbeiträge für die aktiven Fußballer im Senioren- und Juniorenbereich. Vor allem aufgrund der Arbeit in der Jugend waren Anpassungen notwendig. „Die Jugend soll kostendeckend arbeiten“, sagte Thyssen. Nur durch Sponsoring-Gelder, die nicht jedes Jahr in gleichbleibender Form zur Verfügung stehen, könne das nicht generiert werden. Die Versammlung beschloss daher die Mitgliedsbeiträge für Kinder bis elf Jahren auf 72 Euro und ab zwölf Jahren bis zu den Erwachsenen jeweils auf 120 Euro jährlich erhöhen zu können. „Das ist auch die Summe, welche die Stadt Kleve bei einkommensschwachen Eltern pro Jahr übernimmt“, sagte FCK-Juniorenleiter Detlev Remmers, der sich für die Umsetzung aussprach: „Wir bieten für zehn Euro im Monat dreimal wöchentliches Training mit qualifizierten Trainern, einem Spiel am Wochenende sowie zahlreiche weitere Angebote wie ein Trainingslager am Wolfsberg oder gemeinsame Mannschaftsfahrten ins Ausland zu Turnieren an.“ Dieser Kostenaufwand mache letztendlich eine Anpassung der Mitgliedsbeiträge notwendig.

Neuwahlen des Vorstandes standen in diesem Jahr nicht an. Der Vorstandsposten des sportlichen Leiters bleibt weiterhin unbesetzt. Den Bereich „Sponsoring“ musste Martin Menting aus beruflichen Gründen aufgeben. Der derzeitige Vorstand teilt die dort anfälligen Aufgaben untereinander auf.

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